Was ist die Chirurgie der Hauttumoren?
Hauttumoren sind die häufigsten Krebserkrankungen überhaupt – insbesondere bei Menschen mit heller Haut, intensiver Sonnenexposition in der Vorgeschichte oder familiärer Vorbelastung. Auch wenn die Diagnose zunächst beunruhigt: Die große Mehrheit der Hauttumoren ist, früh erkannt, chirurgisch mit sehr hohen Heilungschancen behandelbar.
Drei Haupttumoren der Haut erfordern in der Regel einen chirurgischen Eingriff:
- Basalzellkarzinom (Basaliom): der häufigste Hauttumor, ausgehend von den tiefen Schichten der Epidermis. Es wächst langsam und metastasiert selten, kann aber unbehandelt erhebliche lokale Schäden verursachen. Typisch ist eine perlmuttartige oder ulzerierte Läsion, meist an Gesicht, Hals oder sonnenexponierten Arealen.
- Plattenepithelkarzinom (Spinaliom): ausgehend von den Keratinozyten der Stachelzellschicht. Es verhält sich aggressiver als das Basaliom und hat ein höheres Potenzial, in die regionären Lymphknoten zu metastasieren. Häufig zeigt es sich als verhornende Plaque oder unregelmäßig begrenztes Geschwür.
- Melanom: der gefährlichste Hauttumor, ausgehend von den Melanozyten. Es ist seltener, besitzt aber die höchste Metastasierungsfähigkeit und erfordert eine rasche Exzision mit weiten Sicherheitsabständen. Die frühe Diagnose ist prognoseentscheidend.
Neben diesen drei Hauptformen behandelt der plastische Chirurg auch andere Hautneubildungen – Dermatofibrome, Keratoakanthome, dysplastische Nävi, Lipome, Epidermoidzysten und weitere Läsionen –, die nicht immer bösartig sind, aber aus onkologischer Sicherheit oder aus ästhetischen Gründen fachgerecht entfernt werden sollten.
Der Mehrwert des plastischen Chirurgen liegt in der doppelten Kompetenz: onkologisch, um angemessene Exzisionsränder zu gewährleisten und das Rezidivrisiko zu senken, und ästhetisch, um die Rekonstruktion des behandelten Areals so zu planen, dass insbesondere in sichtbaren Zonen wie Gesicht, Ohren, Nase und Hals ein ansprechendes Ergebnis erzielt wird.
Wer ist der ideale Kandidat?
Jeder, der die Diagnose – oder den Verdacht – eines Hauttumors erhält, ist Kandidat für den chirurgischen Eingriff. Die Indikation stellt meist der Dermatologe, der den Patienten für Exzision und Rekonstruktion an den plastischen Chirurgen überweist. Auch Läsionen unklarer Natur mit atypischen dermatoskopischen Merkmalen können zur histologischen Abklärung und Prävention chirurgisch entfernt werden.
Ablauf des Eingriffs
Der klinische Weg beginnt mit einer fachärztlichen Untersuchung, bei der Dr. Galati die Läsion begutachtet, die Dermatoskopie bewertet, die Krankengeschichte bespricht und – falls erforderlich – eine vorausgehende Inzisions- oder Exzisionsbiopsie plant, um vor dem endgültigen Eingriff die histologische Bestätigung zu erhalten.
Präoperative Phase: Vor der Operation werden die üblichen Blutuntersuchungen durchgeführt; beim Melanom folgen gegebenenfalls Staging-Untersuchungen (Lymphknoten-Ultraschall, PET/CT) in Abstimmung mit dem onkologischen Team. Der Chirurg erläutert die verfügbaren Rekonstruktionsoptionen und plant den Eingriff unter Berücksichtigung von Lokalisation, Größe der Läsion und den individuellen ästhetischen Bedürfnissen.
Die chirurgische Technik: Der Eingriff erfolgt in Lokalanästhesie (bei kleinen, oberflächlichen Läsionen) oder in Vollnarkose bzw. Sedierung (bei ausgedehnten, tiefen oder komplex lokalisierten Läsionen). Die Hauptschritte sind:
- Exzision mit onkologischen Sicherheitsrändern: Die Läsion wird mit einem Saum gesunden Gewebes entfernt, dessen Breite von Tumortyp und -stadium abhängt. Beim Basaliom betragen die Standardränder 3–5 mm, beim Plattenepithelkarzinom 5–10 mm; beim Melanom variieren sie je nach Breslow-Dicke zwischen 1 und 2 cm.
- Intraoperative histologische Untersuchung: In ausgewählten Fällen wird das entnommene Gewebe sofort an den Pathologen übermittelt, um die Ränder in Echtzeit zu beurteilen und das Risiko eines Zweiteingriffs zu reduzieren.
- Rekonstruktion des Areals: Nach Bestätigung tumorfreier Ränder erfolgt die Rekonstruktion – mit Direktverschluss bei kleinen Defekten, lokalen Verschiebe- oder Rotationslappen bei mittleren Defekten, Fernlappen oder Voll- bzw. Spalthauttransplantaten bei ausgedehnteren Defekten.
Die Wahl der Rekonstruktionstechnik richtet sich nach der anatomischen Region, der Größe des Restdefekts, der Qualität und Elastizität der umgebenden Haut und den ästhetischen Erwartungen des Patienten. Dr. Galati bevorzugt stets Lösungen, die die ästhetischen Einheiten des Gesichts respektieren und den natürlichen Spannungslinien der Haut folgen.
Sentinel-Lymphknoten-Biopsie: Bei Melanomen mit einer Dicke über 0,8 mm wird nach internationalen Leitlinien die Biopsie des Wächterlymphknotens vorgeschlagen. Diese Prozedur, kombiniert mit der Melanom-Exzision, zeigt eine mögliche Ausbreitung des Tumors in die regionären Lymphknoten, liefert grundlegende prognostische Informationen und leitet die weiteren Therapieentscheidungen.
Erholung und Ergebnisse
Der postoperative Verlauf hängt vom Umfang des Eingriffs ab. Nach einfachen Exzisionen mit Direktverschluss kann der Patient innerhalb von 24–48 Stunden zu den normalen Alltagsaktivitäten zurückkehren – mit der einzigen Empfehlung, intensive Anstrengungen und direkte Sonneneinstrahlung auf das operierte Areal zu vermeiden. Läsionen im Gesicht erfordern einige Tage mehr relative Ruhe, bis die Schwellung optimal abgeklungen ist.
In den ersten Wochen muss die Wunde nach den erhaltenen Anweisungen sauber und geschützt gehalten werden. Die Fäden werden in der Regel zwischen dem 7. und 14. Tag entfernt. Bis zur vollständigen Narbenreifung (12–18 Monate) ist bei jeder Sonnenexposition ein hoher Lichtschutz (SPF 50+) erforderlich, um eine Hyperpigmentierung der Narbe zu vermeiden.
Dank der Techniken der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie sind die ästhetischen Ergebnisse in der Regel sehr zufriedenstellend – selbst bei ausgedehnten Exzisionen in empfindlichen Zonen wie Nase, Augenlidern oder Ohrmuschel. Die Narbe kann anfangs gerötet und erhaben erscheinen, hellt aber in den Folgemonaten auf und flacht ab. In ausgewählten Fällen können ergänzende Behandlungen wie CO2-Laser, Kortisoninjektionen oder Kompressionstherapie das Ergebnis weiter optimieren. Nach der Entfernung eines Hauttumors tritt der Patient zudem in ein individuelles Überwachungsprogramm mit regelmäßigen dermatologischen Kontrollen ein (alle 3, 6 oder 12 Monate, je nach Tumortyp, Stadium und Risikoprofil).